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Barrierefrei? wohnen ohne Einschränkungen

Barrierefrei wohnen und bauen ermöglicht allen Menschen, jeder Altersklasse, gleichgestellt, autark und unabhängig zu leben und den Alltag weitestgehend mühelos zu bestreiten

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“, so ist es im Grundgesetzbuch, Art.3, Abs. 3, verankert. Doch dass alltägliche Hindernisse, Gängiges und Nichtigkeiten für nicht beeinträchtigte Menschen keine, für leicht oder stark beeinträchtigte Menschen jedoch sehr große bis unüberwindbare Hindernisse darstellen können, wird gedanklich oft nicht erfasst. Barrierefrei wohnen und bauen kommt dem entgegen, erleichtert körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen den Alltag, und rückt weiter ins öffentliche Bewusstsein.

Veraltete technische Installationen, unzweckmäßige Möbel, bauliche Tücken wie etwaige Bodenerhöhungen, fehlende Haltegriffe oder einfach nur Bedienungselemente wie Armaturen, Lichtschalter oder dergleichen stellen für beeinträchtigte Menschen (beeinträchtigt durchs Alter, einen Unfall oder eine Krankheit) eine Einschränkung im Handeln, ein unüberwindbares Hindernis, eine Barriere dar.

Barrierefrei wohnen und bauen verfolgt ein klar definiertes Ziel: den Lebensraum eines im Alltag beeinträchtigen Menschen so zu gestalten, dass alles betreten, befahren und selbständig und weitgehend ohne fremde Hilfe benutzt werden kann. Dafür erforderlich sind (Um-)Baumaßnahmen, die oft nicht nur in einem Schritt verwirklicht werden können. Es gilt primär darauf zu achten, dass „Stolperfallen“ vermieden oder wenn nötig beseitigt werden: Leichte Erhöhungen, Stufen, Treppen oder sogar Teppiche sind in dem Haushalt eines Beeinträchtigten durch Alter oder Krankheit eine große Gefahr. Umbauarbeiten an Bedienungselementen oder sanitären Installationen wie der Toilette sind ebenso notwendig wie die Umstellung auf behindertengerechtes Inventar. Zusätzlich gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die eine selbständige Lebensführung unterstützen, wie ergonomische Kochtöpfe, die eine kräftesparende Handhabung ermöglichen. Derartige Haushalts-Hilfsmittel werden oft von Krankenkassen, Pflegekassen und unter Umständen vom Sozialamt übernommen.

Auch die Umgebung erfordert barrierefreie Umstände: der Zugang zum Haus, der Weg zur Mülltonne, zur Garage, der Weg durch den Garten, oder sogar zum Nachbarn muss die erforderlichen Standards für barrierefreies wohnen erfüllen. Ferner ist darauf zu achten, dass Lebensmittelläden, Ärzte und Apotheken in unmittelbarer Nähe angesiedelt sind oder deren Produktversorgung anderweitig gewährleistet ist.
Dem Ganzen vorweg geht immer die Kenntnis über die Art der Erkrankung oder Beeinträchtigung sowie die Auswirkungen auf die individuelle Leistungsfähigkeit des Betroffenen. Selbst dem Laien ergründet sich, dass eine Funktionseinschränkung der Sinnesorgane beispielsweise andere Maßnahmen erfordert, als eine Einschränkung des Bewegungs-, Stütz- und Halteapparates – doch Barrierefrei wohnen kann jeder!

von Rike Dellers  
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