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Geschlossene Fonds
Im Falle des geschlossenen Fonds kann in der Regel, anders als bei Investment-Fonds, nur im Platzierungszeitraum investiert werden. Danach wird der Fonds geschlossen. Wer einen Anteil an einem geschlossenen Fonds erwirbt, wird Unternehmer mit allen Chancen und Risiken. Ausser gewerblichen Immobilien im In- und Ausland, gelten für geschlossenen Fonds zum Beispiel auch folgende zu den gängigsten Investitionsgütern:
Container- Tanker- und Spezialschiffe (Schiffsfonds)
Anlagen zur Produktion regenerativer Energien (z.B. Wind-, Sonne-, Biomasse-, Geothermie-Kraftwerke)
oder Filme (Medienfonds)
Wegen ihrer Anlageschwerpunkte werden Biogas- und Windkraftfonds auch als alternative Anlagen bezeichnet. Es gibt ausserdem auch geschlossene Fonds, die in Zweitmarkt Kapital-Lebensversicherung investiert wird. Die sog. Venture-Capital bzw. Private-Equity-Gesellschaften sollte man auch nicht ausser Acht lassen.
Konzipiert werden geschlossene Fonds in der Regel als Kommanditgesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz auch als GmbH & Co.KG bezeichnet. Die Kommanditanteile werden dabei an der Gesellschaft über einen bestimmten Platzierungs-Zeitraum zum Verkauf angeboten. Der Fonds wird, wenn die geplante Eigenkapital-Quote erreicht ist, geschlossen. Die Emissionskosten werden mit dem gesammelten Kapital (Eigenkapital) bezahlt, und die Anlagegüter gegebenenfalls unter Einsatz zusätzlichen Fremdkapitals beschaffen. Die Fremdkapital-Quote hängt von den Anlagegütern ab und liegt in der Regel bei ca. 40 - 70 Prozent.
Die Anleger beteiligen (Kommanditanteile) sich mit einem festen Betrag an der Kommandit-Gesellschaft.
a.. Die Mindesthöhe der Beteiligung ist von den Vorgaben des Fondsinitiators abhängig. Bei privaten Plazierungen liegt sie in der Regel bei ca. 5.000 Euro. (zzgl. 5 Prozent Agio)
b.. Die Dauer der Anlage ist in der Regel langfristig und hängt z.B. von der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Wirtschaftgüter ab.
Die Anleger binden sich über die Beteiligungslaufzeit. Ein Börsenhandel oder eine tägliche Feststellung des Preises mit verbundener Rückgabemöglichkeit an den Fondsinitiator wie zum Beispiel bei Investment-Fonds kann konstruktionsbedingt nicht existieren. Zur Abmilderung dieses Mankos wurde ein Zweitmarkt etabliert, der die zurückgegebenen Beteiligungen verwertet. (zum Beispiel and der Börse Hamburg)
Ziel der Kommanditanteile ist es Erträge in Form von jährlichen Ausschüttungen zu erwirtschaften. Dabei sollten die Gesamterträge die Investitions-Summe übersteigen.
Der geschlossene Fonds bietet den Anlegern eine Vielzahl von Vorteilen. Ausser den beabsichtigten Gewinnen der Gesellschaften werden geschlossene Fonds in 15 bis 20 Prozent der Fälle als Steuer-Stundungsmodelle eingesetzt. Um dem Investor steuerliche Verlust-Zuweisungen zu verschaffen, wurden geschlossene Fonds bis 2005 mit kalkulierten hohen Verlusten der Gesellschaft aufgelegt. Als Privatinvestor gibt es die Möglichkeit, falls man einen hohen Grenzsteuersatz hat, mit einer geschlossenen Fondsbeteiligung den Versteuerungszeitpunkt verschieben, wenn der persönliche Steuersatz dann vermutlich niedriger ausfallen wird. In diesem Fall sprechen wir nicht von Steuerpar sondern von Steuerstundungs-Modelle.
Der geschlossene Fonds hat für den Anleger natürlich nicht nur Vor- sondern auch Nachteile sowie Risiken. Zu den Risiken gehören u.a.:
Verlust der steuerlichen Vorteile
Fehlender wirtschaftlicher Erfolg
Interessenkonflikte auf Seiten der Initiatoren
Mangelnde persönliche Eignung der Geschäftsführung


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