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Der besondere Heiratsantrag

Während es noch vor einigen Jahrzehnten üblich war, vor einem Heiratsantrag die Brauteltern um ihr Einverständnis zu bitten, werden sie heute oft übergangen.

Wenn man den Berichten einiger Brautpaare und den verschiedenen Fernsehsendungen glaubt, dann zielen die Bestrebungen vieler vor allem junger Leute vor allem darauf ab, einen möglichst außergewöhnlichen Heiratsantrag zu machen.

Dort gehen oft wochenlange Vorbereitungen voraus. Da werden Freunde eingeweiht und ein paar Überraschungen vorbereitet. Sehr beliebt sind Kurzreisen an besonders romantische Orte, wo vor allem Venedig und Paris ganz oben auf der Beliebtheitsliste stehen.

Auch die verschiedenen Überraschungsshows im Fernsehen werden immer wieder gern zur Kulisse für den Heiratsantrag. Auch die besondere Stimmung hoher Feiertage wird gern dazu genutzt, dem Partner oder der Partnerin die alles entscheidende Frage zu stellen.

Nur abergläubisch sollte man nicht sein, wenn man sich das Weihnachtsfest für den Heiratsantrag aussucht. Glaubt man dem Volksmund, sollen diese Ehen nicht lange halten. Etwas Vorsicht sollte man auch walten lassen, wenn man vorhat, den Heiratsantrag zu machen, indem man einen Verlobungsring in Lebensmitteln versteckt. Erstens sollten die betroffenen Lebensmittel vor den Kindern in Sicherheit gebracht werden und zum Zweiten sollte man den Partner oder die Partnerin vorwarnen, dass im Essen eine Überraschung sein könnte, nicht dass am Ende den Rest des Tages in der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses verbringen muss.

Traditionell kam es im europäischen Kulturkreis dem Manne zu, um die Hand der Frau anzuhalten. Auch dieses Bild hat sich inzwischen gewandelt. Inzwischen geht man davon aus, dass etwa ein Drittel der Heiratsanträge von den Frauen kommt. Außerdem ist der Heiratsantrag heute nicht mehr länger ein Privileg zweier Menschen von verschiedenem Geschlecht, sondern setzt sich als Auftakt zur Eintragung einer Lebensgemeinschaft auch im Kreis der gleichgeschlechtlichen Paare durch.

Noch kommt es den Gästen in einer Gaststätte komisch vor, wenn plötzlich ein Mann vor einem anderen kniet und ihn um seine Hand bittet oder diese Szene sich zwischen zwei Frauen abspielt. Doch so langsam wird die Gesellschaft in dieser Hinsicht toleranter, nachdem auch der Gesetzgeber diesen Verbindungen einen klaren rechtlichen Status verliehen hat.

von Mia Sauer  
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