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Ferienlager - für die einen Traum, für die andern Alptraum
Ferienlager sind für viele Kinder das Beste am ganzen Jahr. Für einige wenige ist es nicht ganz so toll, weil sie von anderen getriezt werden.
Ferienlager sind eine tolle Erfindung. Jahr für Jahr fahren ein Haufen Kinder und ihre Betreuer in Urlaub, während die Eltern daheim bleiben. Es gibt viele verschiedene Arten von Ferienlagern. Die einen werden von kirchlichen Institutionen angeboten und bieten vorrangig sozial schlechter gestellten Kindern die Möglichkeit, in den Ferien von zu Hause wegzukommen und etwas anderes zu sehen. Es bieten aber auch viele Sportvereine und Verbände Lager an, in denen Kinder einen Teil ihrer Ferien verbringen können. Die Verbände und Sportvereine haben meistens auch am wenigsten Probleme damit, ehrenamtliche Helfer zu finden, die die Kids in ihren Ferien betreuen und auf sie aufpassen.
Solche Ferienlager können in den unterschiedlichsten Ausprägungen stattfinden. Bieten karitative Verbände oder soziale Einrichtungen sie an, finden sie aus finanziellen Gründen häufig vor der Haustür statt, so dass die Eltern ihre Kinder morgens bringen und abends wieder abholen können. Bevorzugt werden diese Ferienfreizeiten auch angeboten, damit beruftätige Eltern in der schul- und kindergartenfreien Zeit wissen, wohin sie mit ihren Kindern sollen. In solchen Ferienfreizeiten wird viel gebastelt und gespielt. Einen Tick begehrter sind bei den Kindern die Ferienlager, die zwar noch in Reichweite der Eltern, aber schon mit Übernachtung sind. Diese bieten sich vor allem für Ferienlagerfrischlinge an, die, falls das Heimweh übermächtig wird, mit relativ geringem Aufwand nach Hause gebracht werden können.
Der Knaller sind natürlich die Ferienfreizeiten, die richtig weit weg gehen, am besten ins Ausland. Hier kann man sich selbst und die Betreuer einmal richtig austesten, denn das teilweise häufig angedrohte nach Hause schicken, wird über eine Distanz von einigen hundert Kilometern zur echten logistischen Herausforderung. Natürlich wird auch einiges andere für die Kinder zur Herausforderung. Auf sich allein gestellt, weit weg von verfügbaren Erziehungsberechtigten, kristallisieren sich schnell Hackordnungen heraus, die durch das Leben auf teilweise engstem Raum natürlich noch begünstigt werden. Da müssen einige einiges einstecken, so dass für sie die Erinnerung an das Ferienlager mit Sicherheit nicht nur positiv besetzt sein wird.
Aber alles in allem ist so ein Ferienlager für die meisten der Kinder eine tolle Erfahrung, auch weil viele von ihnen zum ersten Mal längere Zeit von ihren Eltern getrennt sind, was sich als echte Bewährungsprobe herausstellen kann.


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geschrieben am 11:35:29 09.03.2009
Häufig angedrohtes nach Hause schicken? Das sollte eher nicht die Regel sein. Wenn wir im Jahr mal einen Jungen oder ein Mädchen nach Hause schicken, ist das viel. Betreuer und Teilnehmer wissen sehr wohl, dass genau das nach Hause schicken gar nicht so einfach ist, alleine schon aus diversen rechtlichen Gründen. Vielmehr sollte das Verhältnis unter Teilnehmern und zwischen Teilnehmern und Betreuern von Anfang an positiv gestaltet werden, damit derartige Konsequenzen gar nicht erst in Betracht gezogen werden müssen. Bei einem vernünftigen Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen der Betreuer sollte dies in der Regel auch nicht das Problem sein. Natürlich gibt es gelegentlich Härtefälle, die an grenzen gehen. Sehr gerne werden aber auch verhaltensauffällige Kinder (z.B. mit ADHS) vorschnell abgestempelt. Das muss nicht sein! Den betreffenden Eltern kann man nur empfehlen, sich vertrauensvoll, offensiv und ehrlich an den Veranstalter zu wenden. Und zwar vor der Buchung! Veranstalter bzw. Betreuer, die die Integration dieser Kinder ablehnen oder nicht leisten können, werden das schon mitteilen. Das ist jedenfalls besser, als die Ferienlagergruppe stillschweigend vor ein Problem zu stellen und den Misserfolg quasi zu provozieren. Es gibt genügend andere Veranstalter, die gerne auch mit Kindern umgehen, deren Verhalten eben mal nicht so einfach ist.