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Der Pillenknick ist nicht die einzige Wirkung der Pille

Die wesentliche gesellschaftliche Wirkung der Pille war der Einschnitt in den Geburtenzahlen nach ihrer Einführung im Jahre 1961. Dieses Resultat erzielte die Pille mit ihrer hormonalen Wirkungsweise.

Die Wirkung der Pille beruht auf einem Eingriff in den Regelzyklus des weiblichen Körpers, der hormongesteuert ist. Der Menstruationszyklus der Frau dauert etwa 28 Tage vom Reifen der Eizelle über den Eisprung bis zur möglichen Fertilisation, falls sie auf ihrer Reise zur Gebärmutter einer männlichen Samenzelle begegnet ist. In der Gebärmutter nistet sich die Zelle dann ein und es kommt zur Schwangerschaft. Wenn keine Fertilisation erfolgt ist, beginnt ein neuer hormonaler Zyklus. Um nun eine mögliche Schwangerschaft zu unterbinden, wird eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen eingesetzt, die den Eisprung hemmen bzw. unterdrücken.

Die Forschung, um dies zu erreichen, begann schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts und war erst in den 60er Jahren erfolgreich, weil die meisten Hormone nicht oral verabreichbar waren. Erst die synthetisierten Hormone ermöglichten dies. Seit dieser Zeit sind also ungewollte Schwangerschaften vermeidbar, doch ist diese medizinische nicht die einzige Wirkung der Pille. Als Folge der Verabreichung der allgemein nur „Pille" genannten Hormongaben kam es zur sogenannten sexuellen Revolution und einem völlig neuen Lebensgefühl. Inzwischen gibt es aber nicht nur die Prophylaxe der Pille gegen eine ungewollte Schwangerschaft, sondern es gibt auch die Wirkung der Pille danach. Ist es zu einem ungeschützten Geschlechtsverkehr gekommen – Gründe dafür gibt es viele – dann kann die Wirkung der Pille danach, wird sie binnen 72 Stunden eingenommen, die Einnistung eines befruchteten Eis in der Gebärmutter verhindern. Egal ob vor oder nach dem Geschlechtsverkehr verhütet wird, die Wirkung der Pille wird auch mit Nebenwirkungen erkauft. So gilt es als wahrscheinlich, dass eine erhöhte Thrombosegefahr und das erhöhe Risiko für einen Herzinfarkt besonders bei rauchenden Frauen besteht.

Natürlich kann es auch – wie bei allen Medikamenten – zu Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Arzneien kommen. Insgesamt ist aber festzuhalten, dass die modernen Generationen der Pille versuchen, durch einen geringeren Hormonanteil den Nebenwirkungen vorzubeugen. Allerdings bleibt der Vorwurf bestehen, dass die Verhütung mit der Pille die Verantwortung allein bei der Frau belässt.

Was bedeuten die grünen Links? von Oliver Lemke  
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