0 Bewertungen
rating

Sollte man Nabelschnurblut einfrieren lassen?

Verschiedene Blutkrebsarten, Infarkte oder Herzstörungen sollen erfolgreich mit Stammzellen geheilt werden. Wer Nabelschnurblut einfrieren lässt, kann daraus leicht Stammzellen gewinnen. Wer profitiert am Ende wirklich?

In kaum eine zweite medizinische Neuerkenntnis der letzten Jahre wird so viel Hoffnung gesteckt wie in die Stammzellenforschung und den Nutzen von Nabelschnurblut: „Hierin liegt die medizinische Zukunft", sagen die Visionäre und „alles falsche Versprechen" und „reine Geldmacherei" sagen die Kritiker. So bleibt die eine Frage dennoch: Sollte man Nabelschnurblut einfrieren , um Stammzellen zu gewinnen?

Diabetes oder Krebs, Querschnittlähmungen oder schwache Herzmuskulatur - das sind die Krankheiten, die zum Teil bereits heute, aber überwiegend in ein paar Jahren durch Stammzellen, die noch nicht voll ausgebildet sind, also sich noch zu unterschiedlichen Stelltypen wandeln können, geheilt werden. Diese schon nicht mehr embryonalen, aber auch noch keine adulten Stammzellen lassen sich sehr einfach aus Nabelschnurblut gewinnen. Damit ist dieses Plazentarestblut sehr kostbar. Um auf diese wahren Wunder-Zellen bei Bedarf zurückgreifen zu können, müssen Ärzte das Nabelschnurblut einfrieren , nachdem es einer schwangeren Frau entnommen wurde.

Viele schwangere Frauen nutzen diesen medizinischen „Eingriff", um ihrem noch ungeborenen Kind eine gesunde und möglichst langlebige Zukunft versprechen zu können. Der Eingriff an sich ist ungefährlich und unkompliziert, jedoch relativ teuer: Etwa 2000 Euro müssen für eine Nabelschnurblutentnahme und die anschließende Konservierung durch darauf spezialisierte Unternehmen bezahlt werden. Hochgerechnet verdient so ein Unternehmen Millionen im Jahr mit dieser medizinischen Absicherung für die Zukunft. In Anbetracht des versprochenen Nutzens ist das sicherlich wenig und sehr gut angelegtes Geld, doch in den meisten Fällen wird es gar nicht benötigt. Auch ist noch nicht klar, ob das eingefrorene Nabelschnurblut überhaupt nach all den Jahren in Konservierung überhaupt noch von Nutzen ist. Weiterhin beteuern Mediziner, dass die dem Nabelschnurblut entnommenen Stammzellen in erster Linie am besten solchen Empfängern zugute kommen, die zwar direkte oder nahe Verwandte sind, jedoch nicht unbedingt das Baby von einst waren, das mit dem Nabelschnurblut versorgt wurde.

Auch wenn der Nutzen von Stammzellen vielversprechend klingt und Maßnahmen hierfür durchaus verlockend sind, so ist vieles noch nicht ausreichend erforscht. Wer sich dennoch dafür interessiert Nabelschnurblut einfrieren zu lassen, der sollte kritische Meinungen zulassen und sich mit diesen auseinandersetzen. Fachmännischer Rat ist am besten mehrfach einzuholen.

Was bedeuten die grünen Links? von Oliver Lemke  
Kommentare
Bisherige Kommentare: 0
Empfehlungen
Brand Aktuell
MisterInfo Service: