0 Bewertungen
rating

Naturkosmetik aus dermatologischer Sicht

Immer mehr Menschen entscheiden sich heutzutage für Naturkosmetik. Zu viele sind von den Werbeversprechen der großen Kosmetikkonzerne enttäuscht und wenden sich alternativen Methoden zu. Immer häufiger trifft man auch in herkömmlichen Läden auf Naturkosmetik Produkte. Ob in Drogerien, kleineren Märkten, großen Supermärkten, oder sogar in Esoterikgeschäften, überall stolpert man in letzter Zeit über diese Art von Pflegeprodukten für die Haut. Doch schon seit langer Zeit konzentriert sich der Naturkosmetik Sektor nicht mehr nur auf die Pflegeprodukte für die Haut, auch Zahncremes und Nahrungsergänzungsmittel haben die Hersteller genauso im Programm wie Rasiererschaum für Männer. Überhaupt scheint gerade im Bereich der Männerpflege ein erheblicher Nachholbedarf zu liegen. Doch welchen Vorteil bringen Naturkosmetik Produkte gegenüber handelsüblicher Kosmetikware aus dermatologischer Sicht? Im Bioladen findet sich ein breites Spektrum an Naturkosmetik Herstellern von Lavera über Dr. Hauschka oder Lagona bis hinzu Ringana. Auch Tautropfen Kosmetik zieht immer mehr in die bekannten Biomarktketten ein. Mit natürlichen Essenzen, Extrakten, und Inhaltsstoffen, die zum Großteil aus biologischem Anbau stammen, werben die Hersteller für die bessere Verträglichkeit ihrer Produkte auf der Haut und weisen auf die Vorzüge der Kosmetik gegenüber Industriekosmetik hin. Eines ihrer Hauptargumente stützt sich auf die Tatsache, dass die großen Industrie Kosmetikkonzerne ihr ganzes Forschungsbudget für Werbegelder verschwenden, anstatt in eine hautverträgliche dermatologische Entwicklung von Produkten.

Die folgenden Kriterien machen Kosmetik hautverträglich:

• Keine Konservierungsstoffe

• Keine Mineralöle

• Keine Aromastoffe

• Keine billigen Koskosfette

Sind die Inhalte hautverträglicher?

Zwar stammen die Inhaltsstoffe aus Naturkosmetik aus biologischem Anbau aber sind sie deshalb auch hautfreundlicher? Enthalten Naturkosmetik Produkte tatsächlich weniger schädliche Chemie als andere Kosmetik? Gerade bei dieser Frage sind sich die Dermatologen nicht einig. Zum einen wird zwar auf den geringeren Gehalt von Chemie in Naturkosmetik Produkten hingewiesen, zum anderen müssen sie laut Gesetz die gleiche Menge an Konservierungsmittel enthalten, wie normale Kosmetik. Und Konservierungsstoffe sind eine der schlimmsten Allergie auslösenden Substanzen in Kosmetik überhaupt. Spielt es überhaupt eine Rolle, ob allergische Reaktionen durch die ätherischen Öle in Naturkosmetik Produkten hervorgerufen werden oder durch die chemischen Zusatzstoffe normaler Kosmetik? Nicht umsonst hat die EU im Jahr 2005 eine ganze Reihe an ätherischen Duftstoffen und Ölen auf die schwarze Liste gesetzt, nach der sie seit dem Jahr 2006 extra auf der Packung deklariert werden müssen und als Allergie auslösend gekennzeichnet werden sollen. Oder steckt hinter diesem neuen Gesetzesentwurf nur ein geschickter Schachzug der einflussreichen Großkonzerne, um das Naturkosmetik Segment zu schwächen.

Nach dermatologischen Forschungen sind ätherische Öle weitaus weniger reizend als bestimmte Mineralöle (chemische Substanzen) in herkömmlicher Kosmetik. Außerdem bemängeln Dermatologen, dass sowohl Naturkosmetik als auch normale Kosmetikhersteller alle auf billige Öle und Bindemittel zurückgreifen, obwohl es inzwischen Öle gibt, die weitaus hautverträglicher sind und die Haut noch atmen lassen. Häufig wird billiges Kokosfett verwendet anstatt anderer teurer Wasser in Öl Emulsionen. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand - Profit! So ganz ohne Profit geht es eben auch bei der Naturkosmetik Industrie nicht, dafür ist die Konkurrenz auch in dieser Branche bereits zu stark und zu umfangreich. Häufig werden auch alkoholische Auszüge verwendet, um teure Substanzen einzusparen. Auch bei Bindesubstanzen und Verdickungsmittel aus natürlichen Quellen wird häufig auf die günstigste Alternative zurückgegriffen, die man finden kann.

Wo liegt der Unterschied der einzelnen Firmen?

Es gibt nur ganz wenige Firmen, die wirklich Gewissen zeigen und versuchen die tatsächlich hautfreundlichsten Pflanzenelemente zu wählen. Dennoch kann man sagen, dass Naturkosmetik auf jeden Fall hautschonender ist, als viele andere Chemiesubstanzen, die aktiv die körpereigene Hautflora langfristig beschädigen. Ganz besonders schlimm aus dermatologischer Sicht ist der Zusatzstoff Triclosan, der sowohl gute als auch schlechte Bakterien auf der Haut abtötet und sich in Leber und Niere anreichern kann. Zurzeit gibt es nur wenige Firmen auf dem Markt, die komplett auf Chemie verzichten. Mit komplett ist dabei ein hundertprozentiger Verzicht gemeint und die alleinige Zusammenstellung der Kosmetik aus natürlichen Substanzen. Dass dies möglich ist, zeigt die Firma Ringana aus Österreich, die sogar die Konservierungsmittel eingespart, da sie die Kosmetik direkt zu ihren Kunden Nachhause schickt, ohne Zwischenhändler. Überhaupt sind die Konservierungsstoffe eine der größten Hürden für die Naturkosmetik Industrie und ein Grund, warum sich immer noch so viel Chemie in Naturkosmetik Produkten findet. Man darf jedoch nicht darauf hoffen, dass andere Firmen , in Kürze auf das Ringana Prinzip zurückgreifen werden, da dies schlichtweg von der Logistik her nicht möglich wäre.

Autor: Jasmin Kurtek

Email: Jasmin[at]bio-frischekosmetik.de

Was bedeuten die grünen Links?  
Kommentare
Bisherige Kommentare: 0
Empfehlungen
Brand Aktuell
MisterInfo Service: