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Eine neue Kultur des Unternehmerischen
Professor Günter Faltin von der Freien Universität Berlin versteht sich als Anhänger einer Kultur des Unternehmerischen, die Künstler, Außenseiter und engagierte Mitmenschen einbezieht.
Gerade Menschen, die bisher in der Welt der Wirtschaft weder für sich Handlungschancen sahen, noch als Anreger oder Akteure geeignet erschienen, könnten der Wirtschaft neue Impulse geben. Die neue Kultur des Unternehmerischen im Sinne eines modernen Entrepreneurship geht über bisherige Traditionen hinaus. Die wirtschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung einer Gesellschaft sei, so lehrt der Ökonom Günter Faltin, auch auf unternehmerische Initiativen angewiesen, die nicht nur neue Bedürfnisse herauskitzeln, sondern auf vorhandene Probleme mit ökonomischer, sozialer, aber auch künstlerischer Phantasie antworten: Entrepreneurship als moderne Kultur des Unternehmerischen wird als offenes, schöpferisches Handeln einladende Angelegenheit betrachtet.
Entrepreneurship ist nicht Betriebswirtschaft
Eine der Hauptthesen zur Kultur des Unternehmerischen besteht darin, Entrepreneurship strikt von Business Administration (»Betriebswirtschaftlehre«) zu unterscheiden. Besonders in der kontinentaleuropäischen Theorie und Praxis der Unternehmensgründung wird der Akzent zu stark auf die Business Administration gelegt. Die Leistung der Betriebswirtschaftslehre liegt aber in der Organisation und Verwaltung von GROSSunternehmen, in der Reduktion von Komplexität. Für die Gründungsphase eines Unternehmens ist sie weit weniger geeignet. Dies zeigt sich auch darin, dass für Absolventen des Fachs die Tätigkeit in den Leitungsfunktionen eines Großunternehmens immer noch selbstverständlicher und erstrebenswerter erscheint als eine eigene Unternehmensgründung. Hier muss eine neue Kultur des Unternehmerischen ansetzen.
Entscheidend für den Erfolg ist die Kultur des Unternehmerischen
Das Fach Betriebswirtschaftslehre suggeriert zudem, die Betonung und Optimierung der betriebswirtschaftlichen Abläufe sei entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Dies jedoch sei, so Faltin, ein gefährliches Mißverständnis, denn über den langfristigen Erfolg eines Unternehmens entscheidet vielmehr die Kultur des Unternehmerischen, d. h. der ökonomisch konsequent durchdachte auch sozial relevante Ansatz der Unternehmensidee. Günter Faltin schreibt in seinem Standardwerk Kopf schlägt Kapital, dass veraltete Konzept der Betriebswirtschaftslehre müsse durch Entrepreneurship ersetzt werden. Der Entrepreneur ist nach Faltin ein von sich selbst ausgehender, auch sozial engagierter Mensch, den die Wahrnehmung verborgener Zeitströmungen und Kundenbedürfnisse befähigt, mit seinem Unternehmen brauchbare, ökonomisch sinnvolle Antworten auf Zeitbedürfnisse zu geben, statt immer wieder neue Konsumbedürfnisse zu provozieren. In seinem Buch plädiert Faltin für eine neue Kultur des Unternehmerischen.


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