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Die gute Idee macht den Unternehmer

Neue Forschungen zum unternehmerischen Erfolg stellen die gute Idee, das Entrepreneurial Design, in den Mittelpunkt.

Anders als die klassische Lehre liegt heute das entscheidende Kriterium des Unternehmenserfolges nicht in der Kapitalausstattung oder im Management, sondern in der guten Idee, dem Ideenkonzept oder Entrepreneruial Design. Je nach Studie existieren bis zu achtzig Prozent von Neugründungen nach fünf Jahren nicht mehr; und dies, wie im Falle des Internetbooms, trotz hervorragender Kapitalausstattung und hochqualifiziertem Management. Die Gründe für den Mißerfolg liegen weniger in der Exekution, sondern in der oft mangelnden Qualität und Durcharbeitung der Gründungsidee. Die gute Idee hat hier gefehlt. Der »Kopf« ist also entscheidender als das »Kapital«, lehrt der Unternehmensgünder, Ökonom und Hochschullehrer Prof. Günter Faltin von der Freien Universität Berlin. Eine systematische und ausgefeilte gute Idee (»Entrepreneurial Design«) muss der Gründung vorausgehen und ihr einen deutlich erkennbaren Marktvorteil sichern. Dies gelingt vor allem dann, sagt Faltin, wenn der Gründer ein Konzept erarbeitet, das nicht nur eine gute Idee ist, sondern auch von seiner eigenen Persönlichkeit getragen wird, oder wenn er ein konsequentes »Gründen aus Komponenten« betreibt.

Entrepreneurship statt Business Administration

Das Buch »Kopf schlägt Kapital« von Günter Faltin ist humorvoll und gut nachvollziehbar verfasst. Das Werk setzt Entrepreneurship dem herkömmlichen Konzept von Unternehmertum entgegen. Insbesondere unterscheidet es Entrepreneurship, als kreativen ökonomischen Ansatz, von Business Administration, der betriebswirtschaftlichen Verwaltung. Der Autor illustriert seine Thesen mit einer Reihe von überraschenden Beispielen; er zeigt Gründungen, denen eine gute Idee, ein ausgefeiltes »Entrepreneurial Design« (Ideenkonzept) zugrunde liegt. Paradebeispiel ist die »Teekampagne«, die Faltin selbst vor mehr als zwanzig Jahren gegründet hat und die mit dem Verzicht auf Großpackungen, Ausschaltung des Zwischenhandels und Beschränkung auf eine einzige Teesorte zum Marktführer wurde.

Gute Idee statt Betriebswirtschaft

Faltins Buch verfolgt einen praxisorientierten Ansatz; die neue ökonomische Theorie des Entrepreneurial Design ist mit Beispielen illustriert, zudem greift der Autor durchweg auf seine eigenen Erfahrungen als Unternehmensgründer und Business Angel zurück. So kann man von einem Lehrbuch im modernen Sinne sprechen, das fachübergreifend aufgebaut ist (statt einer BWL für Gründer). Eine gute Idee, von einer überzeugenden Persönlichkeit konsequent umgesetzt, kann den unternehmerischen Erfolg bringen.

Was bedeuten die grünen Links? von Alexander Löwen  
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